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Ergänzungsleistungen für betreutes Wohnen
Mit der Bearbeitung der Motion «betreutes Wohnen 18.3716 Ergänzungsleistungen für betreutes Wohnen» legiferiert das Parlament erstmalig zu Betreuung im Alter. Es ist deshalb aus Sicht einer guten Betreuung zentral, dass Betreuung in dieser Vorlage ganzheitlich betrachtet wird und die Finanzierung für alle Wohnformen ermöglicht wird. Die Motion fordert «die Finanzierung von betreutem Wohnen über Ergänzungsleistungen zur AHV» sicherzustellen, «so dass Heimeintritte für betagte Menschen verzögert oder vermieden werden können.»
Der Bundesrat hat am 21. Juni 2023 seinen Vorschlag zur Umsetzung der Motion präsentiert und in die Vernehmlassung geschickt. Die Vernehmlassungsfrist läuft bis am 23. Oktober 2023. Der Bundesrat anerkennt im Bericht zur Vorlage die präventive Wirkung der guten Betreuung im Alter und bestätigt den Handlungsbedarf, Betreuung eigenständig zu regeln und zu finanzieren. Er spricht von einem «Paradigmenwechsel» in der fachlichen und öffentlichen Diskussion, der dazu führe, dass «Überlegungen immer stärker auf die Betreuungsleistungen ausgerichtet» werden.
Konkret schlägt der Bundesrat vor:
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Wohnformunabhängige Finanzierung: sowohl im angestammten Zuhause als auch in intermediären Wohnformen.
Die Vorlage stärkt damit die Wahlfreiheit der älteren Menschen und erfüllt einen unserer zentralen Umsetzungsvorschläge, die wir 2022 formuliert hatten. -
Fünf Leistungskategorien, in denen Betreuung finanziert wird: ein Notrufsystem, Haushalthilfe, Mahlzeitendienst, Fahr- und Begleitdienste, die Anpassung der Wohnung an die Bedürfnisse des Alters und ein Mietzuschlag für eine altersgerechte Wohnung.
Hier berücksichtigt er teilweise die psychosoziale Ausrichtung der Betreuung, insbesondere beim Begleitdienst, der weit über die heute gängigen Fahrdienste zu Arzt- und Therapieterminen hinausgeht. -
Die Finanzierung soll über die Krankheits- und Behinderungskosten erfolgen. Damit fallen die Kosten nur bei den Kantonen an und die älteren Menschen müssen die bezogenen Leistungen vorfinanzieren. Die Rückvergütung von Seiten der EL erhalten sie erst, nachdem sie die Rechnung bezahlt und eingereicht haben.
Das von der Paul Schiller Stiftung in Auftrag gegebene juristische Gutachten sowie die Position der Sozialdirektorenkonferenz SODK haben im Gegensatz dazu eine Pauschale in der jährlichen Ergänzungsleistung vorgeschlagen. -
Der Bundesrat rechnet mit Blick auf die demografische Entwicklung im Jahr 2030 mit Kosten zwischen 227 und 476 Millionen Franken für die Kantone. Demgegenüber errechnet er Einsparungen von 279 Millionen Franken durch verzögerte Heimeintritte. Wir betrachten das als massvolle Kostenschätzung.
Zu beachten ist, dass auch der Kanton Zürich eine Anpassung seiner kantonalen Ergänzungsleistungen plant und im April eine interessante Vorlage in die Vernehmlassung geschickt hat.
Spitex Zürich zur ZLV-Änderung – Beitrag im Spitex Magazin
Auch die Spitex Zürich begrüsst die vom Sozialamt vorgesehene ZLV Anpassung zur Stärkung der Betreuung. «Spitex Verband Kanton Zürich dafür, dass die erfahrenen Spitex-Organisationen mit Leistungsauftrag die Bedarfsabklärung und das Case Management auch für die neuen Betreuungsleistungen übernehmen.»
Spitex Magazin - Zürich nimmt die Finanzierung der Betreuung in Angriff
Spannendes Praxisbeispiel: Mobile Altersarbeit Biel
Die Stadt Biel verfügt über eine mobile Altersarbeit, die sich selber so definiert: «Die Mobile Altersarbeit versteht sich als aufsuchende Sozialarbeit, welche zu Ihnen nach Hause kommt oder an öffentlichen Stellen ansprechbar ist. Sie leistet bedarfsorientierte beratende Unterstützung, organisiert und koordiniert. Der Wert liegt in der Vermittlung von Hilfs- und Entlastungsangeboten.»
Mobile Altersarbeit Biel Ost – Kostenlose Beratung (altersarbeit-biel.ch)
Senesuisse/Simon Stocker: Altersheime als häufig einzige Kompetenzzentren fürs Alter in Gemeinden
«Menschen in der Schweiz leben immer länger, sind gesünder und wünschen sich, möglichst lange autonom zu wohnen. Dies fordert konkrete Massnahmen in der kommunalen Alterspolitik. Besonders in kleinen und mittleren Gemeinden sind jedoch oft keine oder nur wenige Ressourcen vorhanden. Das lokale Alters- und Pflegeheim kann hier eine zentrale Rolle übernehmen.»
Kosten und Finanzierung für eine gute Betreuung im Alter in der Schweiz
In der Schweiz sind 620’000 ältere Menschen auf Betreuung angewiesen, doch nicht alle können sich diese leisten. Und es werden immer mehr. Nun zeigt eine von der Paul Schiller Stiftung herausgegebene Studie, was gute Betreuung für alle Betagten kostet und wie diese beispielsweise mit einem Betreuungsgeld für Betreuungszeit finanziert werden soll. In ihrem Bericht ordnet die Stiftung die Studienresultate fachlich und politisch ein. https://www.gutaltern.ch/publikationen/studien/
Aktuelle Tagung
Tagung «Gute Betreuung – wie sie wirkt, wem sie nützt»
Nationale Tagung für Betroffene, Interessierte, Politiker:innen und Fachpersonen
Montag, 30. Oktober 2023 ab 13.30 Uhr, Zürich
Der 30. Oktober ist wie jedes Jahr den pflegenden und betreuenden Angehörigen gewidmet. Anlässlich des Aktionstags laden der Entlastungsdienst Schweiz und die Paul Schiller Stiftung am Nachmittag an die Tagung zum Thema «Gute Betreuung – wie sie wirkt, wem sie nützt» nach Zürich ein. Im Fokus wird die Betreuung im Alter stehen. https://www.angehoerige-pflegen.ch/tagung-2023

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Hier finden Sie interessante Informationen, Hinweise zu aktuellen Tagungen und News und Berichte zu den Themengebieten Alters- und Spitex Entwicklung, Case Management, Fallkoordination, Integrierte Versorgung, Organisationsentwicklung.
Obsan Studie zu betreutem Wohnen aus der Romandie
Alterswohnungen und Angebote des Betreuten Wohnens sind wichtige Wohnformen, in denen Betreuung stattfindet. Aber welche Formen gibt es überhaupt, wie sind sie aufgestellt, welche Dienstleistungen erbringen sie? Der Bericht des Schweizerische Gesundheitsobservatorium Obsan geht diesen Fragen nach und zeichnet damit ein etwas genaueres Bild dieser wichtigen Strukturen. Die Angebote in der lateinischen Schweiz fokussiert stärker als die Deutschschweiz auf professionelle Betreuungsleistungen. Alterswohnungen und Angebote des Betreuten Wohnens für ältere Menschen in der Schweiz | OBSAN (admin.ch)
Nationalrat fordert Impulsprogramm im Kampf gegen Gewalt im Alter
Der Bundesrat soll ein Impulsprogramm zur Prävention von Gewalt im Alter realisieren. Dieser Meinung ist der Nationalrat. Er hat am Dienstag eine entsprechende Motion von Mitte-Nationalrätin Ida Glanzmann (LU) angenommen. Nun ist der Ständerat am Zug.
https://www.parlament.ch/de/services/news/Seiten/2023/20230613102320441194158159038_bsd061.aspx
Prävention von Gewalt im Alter im bestehenden Rahmen verbessern (admin.ch)
Kanton Aargau: Neue Leitsätze zur Alterspolitik
Der Regierungsrat des Kantons Aargau hat im Januar 2023 die neuen Leitsätze zur Alterspolitik im Kanton Aargau verabschiedet. Die Leitsätze dienen als strategische Zielsetzung für die kantonale Alterspolitik und als Unterstützung für die Gemeinden im Kanton Aargau, welche für die Umsetzung der Alterspolitik zuständig sind. Leitsätze zur Alterspolitik im Kanton Aargau
Kompetenznetz Einsamkeit
Diskussionspapiers „Auf dem Weg zu einer Strategie der Bundesregierung gegen Einsamkeit“ herunterladen. Nähere Informationen finden Sie hier.
Seco: Merkblatt für zu betreuende Personen: Wenn Sie Unterstützung in der Alltagsbewältigung brauchen
Gute Betreuung im Alter: neuer Praxisfundus
Der Praxisfundus greift Themen und gute Modelle aus dem Betreuungsalltag auf und stellt Bezüge zur Fachdiskussion her. Weitere Beispiele kommen laufend hinzu: www.gutaltern.ch/praxisfundus
Spital, Spitex, Pflegeheim – alles aus einer Hand
Viele Patienten haben bei ihrer Behandlung dauernd mit neuen Akteuren zu tun – die Bündner machen vor, wie es besser geht.
Scuol ist eine 4500-Seelen-Gemeinde fernab aller städtischen Zentren. Doch im Unterengadin ist etwas entstanden, was für das ganze Gesundheitswesen Pioniercharakter hat: Die wichtigsten medizinischen Dienstleister haben sich alle in einem Gesundheitszentrum zusammengeschlossen. In der Schweiz sieht die Realität fast überall anders aus: Hier ein Spital, da ein Pflegeheim, dort eine Spitex-Organisation – und alle werkeln vor sich hin, ohne sich gross abzusprechen.
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Betreuung im Alter
Ein gesellschaftlicher Paradigmenwechsel ist nötig Interview mit Riccardo Pardini auf Seniorweb.ch
Studie zum Thema Betreuung im Alter:
Künftiges Wohnen mit Dienstleistungen
Neue Studie untersucht Kosten des betreuten Wohnens.

Links
In der Linksammlung finden Sie informative Links zu Organisationen und zu Themen der Alters-, Spitex- und Fachetwicklung.
Alt werden ohne Familienangehörige. Über acht Prozent der Rentnerinnen und Rentner in der Schweiz werden ohne Familienangehörige alt. Wie diese Gruppe von Menschen mit ihrer Lebenssituation umgeht, ist noch kaum erforscht. Eine explorative Studie gibt erste Antworten auf diese gesellschaftspolitisch drängenden Fragen.
Aktueller denn je: Wegweiser für gute Betreuung im Alter Erstmals zeigt eine Publikation systematisch auf, was gute Betreuung im Alter ausmacht und wie diese in den Institutionen verankert werden kann: Der heute veröffentlichte «Wegweiser für gute Betreuung im Alter – Begriffsklärung und Leitlinien» ist aktueller denn je: «Unsere Vorstellungen, was gute Betreuung im Alter ist, wird von der aktuellen Situation zu 100 Prozent bestätigt.», so Co-Autor Prof. Dr. Carlo Knöpfel von der Fachhochschule